4. Juni 2011 Zeitarbeit – die Strategie der Wirtschaft(lichkeit)?
Zeitarbeit ist seit längerem ein politisches und gesellschaftlich hoch emotionsgeladenes Thema. So wird von Gewerkschaften die Zeitarbeit grundsätzlich als halbseidene Beschäftigungsform verschrien, während sie beispielsweise von der Bundesministerin von der Leyen erst 2010 als “”Brücke zur Arbeit”" für Menschen mit wenig Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt und als Mittel für Unternehmen, flexibler auf Nachfrage-schwankungen reagieren zu können, gewürdigt wurde.
Und die ökonomische Realität?
In vielen Unternehmen im Einzugsgebiet der Weinheimer Nachrichten wird die Zeitarbeit als das Mittel wahrgenommen, das ein Schritthalten im globalen Wettbewerb durch einen zeitnahen und flexiblen Personaleinsatz überhaupt ermöglicht. Auf der anderen Seite existiert jedoch eine andere ökonomische Realität, denn in einigen Branchen bekommen die Geringverdiener weniger Lohn ausgezahlt als Hartz IV-Empfänger. Diese können dann in den JobCentern ihr Gehalt von Steuergeldern aufstocken lassen – nur, um genauso viel zu erhalten wie Menschen, die keiner geregelten Arbeit nachgehen – für viele Arbeitnehmer lohnt sich Arbeit unter diesen Unständen nicht.
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